Remote Computing
Wie ich meinen Mac zu Hause lasse und trotzdem vom iPad aus darauf zugreife und mit Coding Agents arbeite.
Es war das erste Mal seit Langem, dass ich ohne Laptop verreist bin. Riga, by the way. Dieses Mal waren nur mein Handy und mein iPad dabei.
Für viele Leute ist das wahrscheinlich keine große Sache. Ich möchte meinem Rechner aber manchmal aus der Klemme helfen. Oder ich habe unterwegs eine Idee und will doch noch etwas basteln.
Also musste ich zwei Probleme lösen: Wie erreiche ich meinen Mac von unterwegs? Und wie kann ich damit tatsächlich arbeiten, ohne auf dem iPad eine komplette Entwicklungsumgebung nachzubauen?
Teil 1: Remote Access
Die Grundlage ist erstaunlich unspektakulär.
Auf dem Mac läuft caffeinate -dimsu, damit er nicht einschläft, während ich weg bin. Das ist auch für die Crons praktisch, die bei mir laufen.
Alle meine Geräte sind außerdem in Tailscale integriert. Tailscale kann sehr viel, ich nutze davon aber nur einen kleinen Teil: Handy, iPad und Mac sind darüber untereinander erreichbar. So komme ich auch von unterwegs an die kleinen Spaß-Dashboards, die ich zu Hause hoste.
Für den konkreten Zugriff nutze ich Termius als SSH-Client. Wenn das Terminal nicht reicht, öffne ich mit Jump Desktop den Mac auf meinem iPad.
Damit ist der Zugriff gelöst. Das heißt allerdings noch nicht, dass ich auf einem iPad angenehm an Code arbeiten möchte.
Teil 2: Remote Agentic Coding
Natürlich hatte ich ausgerechnet unterwegs wieder Ideen für neue Features. Ich wollte einen mobilen Editor für meinen Blog bauen. Die Posts liegen als Markdown Files im Repository und kommen über GitHub zu Vercel. Direkt über GitHub geht das grundsätzlich auch, mobil finde ich es aber nicht besonders angenehm.
An diesem Punkt wird Agentic Coding interessant. Ich muss nicht die komplette Entwicklungsumgebung auf das iPad verlagern. Der Agent arbeitet auf meinem Mac, während ich die Session vom iPad oder Handy aus steuere.
Ich habe dafür drei Varianten ausprobiert. Hier sind sie, worst to best.
1. Claude Remote Control
Wirklich kacke.
Ich muss zuerst eine Session auf dem Zielrechner starten und kann sie anschließend über die mobile App steuern. In meinem Fall heißt das: per SSH auf den Mac, tmux starten, Claude aufrufen und dann wechseln. Das funktioniert, löst mein eigentliches Problem aber nur halb.
2. t3code
Auf dem Desktop ist t3code für mich eigentlich die beste Experience. Die Verbindung ist allerdings etwas fragil. Für den mobilen Einsatz ist mir das derzeit zu flunky, deshalb landet es nur auf Platz zwei.
3. Codex über ChatGPT
Codex bietet mir derzeit die beste mobile Experience. Ich muss nicht erst per SSH auf den Mac und die Verbindung ist stabil genug für das, was ich brauche.
Die Codex App läuft auf meinem Rechner. Über die mobile ChatGPT App kann ich Sessions starten, steuern und beobachten. Genau das wollte ich: Der Mac macht die Arbeit, ohne dass ich meinen Urlaub um seine Bedienung herum planen muss.
Ich werde meinen Laptop unterwegs wohl so schnell nicht wieder brauchen. Meine Reisebegleitung dürfte das vermutlich noch mehr freuen als mich. 😅